Minimal invasive Behandlungsmethoden beim Schnellenden Finger

Minimal invasive Behandlungsmethoden beim Schnellenden Finger

 

(aus dem BLOG - 25.5.2009)

Der "Schnellende-Finger" oder "Tendovaginitis stenosans"  ist eine häufige Erkrankung der Hand. Ausführliche Informationen hierzu finden sich unter: Patienteninformationen.
Gerade in letzter Zeit werden zunehmend sogenannte: "Minimal invasive Methoden" zur Behandlung des schnellenden Fingers diskutiert.
Ausführliche Informationen dieser Operationsverfahren sind heute im Internet allgemein zugänglich. Die nachfolgende Darstellung des Kollegen R. Hoffmann entstammt der Seite:
Was ist von dieser neuen Methode zu halten ?
Welche Vor- und Nachteile weist sie auf ?

Minimal invasiven Ringbandspaltung bei Schnellendem-Finger

Vorteile:
  • Kürzere Operationszeit (OP-Dauer: unter 1 Min.)
  • Kleinere Wunde(3-5 mm)
  • Geringere Kosten

Nachteile:

  • "Blindes" Operationsverfahren ohne Übersicht über Fingernerven, Fingergefäße, Ringband  und Beugesehne

Konventionelle, "offene" Ringbandspaltung bei Schnellendem-Finger

Vorteile:

  • Präzise Übersicht während der Operation über Fingernerven, Fingergefäße, Ringband  und Beugesehne

Nachteile:

  • Längere Operationszeit (OP-Dauer: 5-10 Min.)
  • Größere Wunde (1-1,5 cm)
  • Höhere Kosten

Fazit:

Sicher muss der Handchirurg individuell abwägen, welches Verfahren er bevorzugt.
Bislang (Stand Mai 2009) gibt es noch keine größeren, vergleichenden Statistiken zu diesem Operationsverfahren
Das schnellere, billigere, minimal invasive OP-Verfahren weist den Vorteil einer kleineren Wunde auf. Komplikationen wie Blutungen oder Wundheilungsstörungen scheinen noch seltener zu sein als sie bei der konventionellen Methode schon sind.
Allerdings können sich aus der "blinden" Durchführung der Operation ohne gute Übersicht, möglicherweise häufiger Komplikationen hinsichtlich Verletzungen von Fingernerven, Fingergefäßen oder der Beugesehne ergeben. Außerdem sind aufgrund der fehlenden Übersicht während der Operation auch unvollständige Ringbandspaltungen denkbar.
 

Ich persönlich verwende zum gegenwärtigen Zeitpunkt nach wie vor das konventionelle Verfahren in über 90% aller Fälle. Risiken wie Blutungen oder Infektionen sind minimal und aufgrund der präzisen Übersicht während der Operation ist die Gefahr einer Nerven-, Gefäß- oder gar Sehnenverletzung nahezu ausgeschlossen. Das Ringband kann unter diesen Bedingungen "unter Sicht" komplett gespalten werden.

Unter bestimmten Bedingungen, (z. B. bei Patienten mit blutverdünnenden Medikamenten, Patienten die auf Gehhilfen angewiesen sind, Rollstuhlfahrer) biete ich das minimal invasive Verfahren an, weise aber auf eine möglicherweise etwas höhere Komplikationsrate hin.

Sicher werden in der Zukunft die Vor- und Nachteile dieser neuen Methode noch besser als zum gegenwärtigen Zeitpunkt beurteilt werden können.

Beratungen zu dieser Erkrankung sowie deren Behandlung müssen aber grundsätzlich immer individuell von einem erfahrenen Arzt vorgenommen werden.

 

erstellt: 25-05-2009 16:36
Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf