Schmerzmittel wirksam zur Vorbeugung bestimmter, vererblicher Basaliome

Schmerzmittel wirksam zur Vorbeugung bestimmter, vererblicher Basaliome

Eine interessante Studie in der Zeitschrift: "Cancer Prevention Research" konnte zeigen, dass Nichtsteroidale Antirheumatika einen vorbeugenden Effekt bei bestimmten vererblichen Basaliomerkrankungen haben.

Basalzellkarzinome gehören zweifelsohne zu den verbreitetsten, bösartigen Tumoren des Menschen. Als häufigste Ursache ist heute eine chronische Sonnenschädigung der Haut unbestritten. Warum bekommt nun ein Mensch Basaliome, der andere aber nicht ? Natürlich sind hier Faktoren wie: Ausmaß der Sonnenschädigung der Haut, genetische Veranlagung, etc. von Bedeutung. Auf der Zell- bzw. Molekularebene stellt der sogenannte "Hedgehog-Signalweg" einen zentralen Faktor für die Entstehung und Therapie von Basaliomen dar. Mutationen der "Hegdehog-Gene" können zu einer pathologischen Aktivierung dieses "Hegdehog-Signalweges" und zur Tumorbildung/Wachstum führen.

Der Hedgehog-Signalweg spielt wohl nicht nur bei der Hautkrebsentwicklung eine wesentliche Rolle. Gegenwärtig wird intensiv nach Substanzen geforscht, welche selektiv die Aktivierung dieses Signalweges hemmen(1, 2, 3).

Übrigens: Das Gen, das bei der Fruchtfliege Drosophila melanogaster für Hedgehog kodiert, wurde von der deutschen Forscherin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard und Kollegen entdeckt.

In einer aktuellen Studie der amerikanischen Zeitschrift "Cancer Prevention Research" wurde nun gezeigt, dass bestimmte, handelsübliche Antirheumatika, (Cox2-Inhibitoren) die häufig als Schmerzmittel Anwendung finden, einen vorbeugenden Effekt bei einer Erbkrankheit haben, welche zu häufigen und ausgedehnten Basaliomen führt (Gorlin-Golz-Syndrom).

Ähnliche Effekte von Antirheumatika wurden auch für andere Erkrankungen bereits beschrieben.

Dies ist in meinen Augen ein sehr interessanter und vielversprechender Forschungsansatz.

 

Damit ich hier nicht missverstanden werde:

Die beschriebenen Ansätze sind bislang rein experimenteller Natur.

Eine dauerhafte Einnahme der besagten Medikamente geht mit erheblichen Risiken (Magengeschwüre, Herzinfarkt, etc.) einher.

Basaliome sind Hauttumoren, die in in den meisten Fällen heute mit einer kleinen Operation gut und sicher behandelt und dauerhaft geheilt werden können.

Deshalb sollten Berichte wie die oben erwähnten nicht überbewertet werden. Sie kommen vielleicht in Zukunft für ganz bestimmte, agressive oder ausgedehnte Formen von Basaliomen in Frage.

Die allermeisten Patienten die heute oder in Zukunft an einem Basaliom erkranken, sollten eine Behandlung gemäß den uns heute zur Verfügung stehenden Mitteln der ärztlichen Kunst, d. h. meist eine Operation, wählen.

 

 

erstellt: 20-03-2010 16:47
Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf