"Schröpfköpfe" zur Brustvergrößerung - Eine alternative Methode zur Augmentation ?

"Schröpfköpfe" zur Brustvergrößerung - Eine alternative Methode zur Augmentation ?

Der Goldstandard bezüglich Brustvergrößerung ist nach wie vor die Augmentation mit Silicon(gel)-Implantaten.

Seit einigen Jahren wird recht intensiv eine Methode beworben, die eine mäßige Vergrößerung der weiblichen Brust mit einem Unterdrucksystem also ohne eine Operation erreichen können soll.

Es handelt sich dabei um ein Gerät, welches eine gewisse Ähnlichkeit mit einem Schröpfkopf hat (siehe Video). Dabei wird eine etwa halbkugelförmige Schale über die Brust gestülpt und darin ein Unterdruck von ca. 20mm Hg erzeugt. Diese muss über mindestens 10-12 Stunden täglich über einen Zeitraum von mindestens 10 Wochen getragen werden. Damit soll eine dauerhafte Vergrößerung der Brust von ca. 100 ml erreicht werden können.

Es sollen seit Einführung (ca. im Jahr 2000) bereits über 30000 Frauen erfolgreich damit behandelt worden sein.

 

Nicht ganz passend zu diesen euphorischen Meldungen ist, dass im Internet zusätzlich zu diesem "Vacuumverfahren" eine Verpflanzung körpereigenen Fettgewebes zur Brustvergrößerung empfohlen wird. (Ich denke, wenn die Methode funktioniert, sollte man keine zusätzliche Operation benötigen.)

Über das Thema Brustvergrößerung mit körpereigenem Fettgewebe habe ich hier im Blog ja bereits geschrieben. Siehe hierzu

Brustvergrößerung mit eigenem Fettgewebe

sowie

Sonografische Darstellung von Komplikationen nach kosmetischer Brustvergrößerung mit Eigenfettgewebe

 

Es handelt sich um ein langwieriges Verfahren, welches wohl unter optimalen Bedingungen zu einer mäßigen, dauerhaften Vergrößerung der Brust (ca. 100 ml) führen kann. Langzeitergebnisse (über 10 Jahre) hinsichtlich Dauerhaftigkeit des Ergebnisses sowie Risiken liegen, soweit mir bekannt, noch nicht vor.

Soweit mir bekannt, sind die Kosten für dieses "Vacuum-System" nicht unerheblich.

In meine Praxis kommen in der Regel keine Frauen, die eine minimale Brustvergrößerung von lediglich 100 ml wünschen. Vielmehr wird eine deutlich sichtbare, ästhetisch attraktive Vergrößerung von meist deutlich über 200ml gewünscht.

Ich persönlich habe keine Erfahrungen mit dieser "Vacuum-Methode" und verwende sie bislang nicht.

Ich stelle nachfolgend ohne weiteren Kommentar einige Links zur Verfügung, mit der Bitte an den/die Leser/in sich selbst eine Meinung zu bilden

 

 

http://www.usaplasticsurgery.com/brava.html

http://www.brava.com/medical-and-scientific-studies.asp

http://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT00466765

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10845308?dopt=Abstract

 

erstellt: 04-07-2010 15:34
Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf