ASPS Statistik 2014

Jahresstatistik der ASPS 2014

Logo der American Society of Plastic Surgeons
Letzte Woche wurde die Jahresstatistik 2014 der American Society of Plastic Surgeons veröffentlicht.
Wie jedes Jahr zeigen sich hier interessante Trends in der Schönheitschirurgie.
Vergleiche hierzu 2013, 2012, 2011, 2010, 2009, 2008.
 
Was fällt auf?
Im Jahr 2014 wurden in den USA 15,6 Millionen plastisch-chirurgische Eingriffe auf dem Gebiet der Schönheitschirurgie vorgenommen. Das entspricht einer Steigerung von 3%. Splittet man die Maßnahmen in Operationen und minimal invasive Eingriffe (Botulinumtoxininjektionen, Hyaluronsäurefillerinjektionen, etc.) auf so zeigt sich, dass die Schönheitsoperationen nur um 1% zugelegt haben, also faktisch stagnieren. Die minimal invasiven Eingriffe haben demgegenüber um 4% zugelegt. Hier scheint der Aufwärtstrend ungebrochen.
(zum Vergrößern auf die Grafik klicken)
ASPS Statistiken 2014_1
 
Was waren 2014 die häufigsten kosmetischen Operationen in den USA?
Wie auch schon im letzten Jahr waren diese fünf Operationen die Spitzenreiter:
 
1. Brustvergrößerungen (-1%)
2. Nasenkorrekturen (-2%)
3. Fettabsaugungen (+5%)
4. Lidstraffungsoperationen (-4%)
5. Facelifting (-4%)
 
In Klammern hinter der Operation findet sich die prozentuale Veränderung der Operationszahlen im Vergleich zum letzten Jahr 2013.
Im ersten Moment erscheint eine deutliche Zunahme der Liposuction-Operationen auffällig. Man sollte sich jedoch hier nicht täuschen lassen. Seit 2008 stagnieren die Zahlen der Schönheitsoperationen in den USA faktisch.
Demgegenüber steigen die Zahlen der minimal invasiven Eingriffe nach wie vor stetig Botulinumtoxin (+6%), Hyaluronsäurefiller (+8%).
 
ASPS_Statistik_2
 
Zur besseren Einordnung ist vielleicht interessant, wie sich die Zahlen seit dem Jahr 2007 entwickelt haben. Nachfolgend die wichtigsten Eingriffe und dahinter in Klammern die prozentuale Veränderung seit dem Jahr 2007:
 
Brustvergrößerungen (-17,6%)
Nasenkorrekturen (-23,8%)
Fettabsaugungen (-30,3%)
Lidstraffungsoperationen (-14,2%)
Bauchdeckenstraffungsoperation (-21,1%)
Botulinumtoxin (+44,3%)
 
In meinen Augen hat sich auch 2014 bislang nichts an der langfristigen Entwicklung im Markt der ästhetischen Chirurgie geändert: Die Zahlen der ästhetisch-chirurgischen Operationen gingen mit Beginn der Wirtschaftkrise in den USA im Jahr 2007 deutlich zurück. Seither stagnieren sie. Nach wie vor "boomen" hier, wie auch andernortes nur die minimal-invasiven Eingriffe.
In diesem Zusammenhang fällt mir der Begriff des "Lippenstiftindikators" ein. L. Lauder, von Estee Lauder Kosmetika, hat ihn 2001 geprägt. Ganz vereinfacht besagt er, dass in wirtschaftlich schlechten Zeiten sich Konsumentinnen/en mit teueren Anschaffungen zurückhalten und stattdessen, quasi als Ersatzhandlung billigere Güter kaufen. Ich sehe hier schon eine Ähnlichkeit zum "Markt" für ästhetische Eingriffe.
 
Hier die Daten als Excel-Datei.

erstellt: 03-03-2015 16:31
Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf