Brustvergrößerung mit Eigenfettgewebe - update

Brustvergrößerung mit Eigenfett - update

Eigenfetttransplantat

Die Methode der Verpflanzung von körpereigenem Fettgewebe ist ja nicht neu. Seit vielen Jahren wird sie verwendet um kleinere Konturdefekte oder Falten zu unterpolstern.

In den letzten Jahren haben sich die Indikationen und Anwendungsbereiche insofern erweitert, als heute auch größerer Mengen an Fettgewebe verpflanzt werden. Man versucht damit mehr Volumen zu gewinnen. Eines der Hauptanwendungsgebiete für die Verpflanzung größerer Mengen an körpereigenem Fettgewebe ist die Rekonstruktion bzw. Vergrößerung der weiblichen Brust. Ich hatte über diese Möglichkeit hier schon öfters berichtet (1, 2).
Trotz einer tendenziell zunächst eher kritischen Einschätzung dieser Methode, z. B. durch die American Society of Plastic Surgeons, hat die Methode der Brustvergrößerung mit körpereigenem Fettgewebe zunehmend weite Verbreitung gefunden. Manche Kritikpunkte, wie etwa das Problem der Mikroverkalkungen scheinen heute entkräftet zu sein. Konsens ist aber, dass Fett zum Brustaufbau nicht in das Drüsengewebe sondern drum herum injiziert werden muss.
Natürlich bleibt das grundlegende Problem der Resorbtion von mehr oder minder großen Anteilen des injizierten Fettgewebes. D. h. das langfristige, postoperative Ergebnis nach Fettverpflanzung ist unvorhersehbar. In Abhängigkeit von unterschiedlichsten Faktoren (Gewebedruck, Gewebedurchblutung, Nikotin, etc.) können unter Umständen große Anteile des verpflanzten Fettgewebes wieder resorbiert werden. Dies erfordert in den meisten Fällen, dass man von vorne herein eine Brustvergrößerung in mehreren operativen Schritten (mehrere Fettverpflanzungen) vornehmen muss.
Grundsätzlich aber kann heute z. B. wenn nur eine mäßige Vergrößerung der weiblichen Brust gewünscht wird, die Methode der Eigenfetttransplantation empfohlen werden.
 
Auch für den Brustwiederaufbau nach operativer Entfernung der weiblichen Brust bei Brustkrebs kann dieses Verfahren hilfreich eingesetzt werden. Eine erfolgreiche, ästhetisch ansprechende Brustrekonstruktion allein durch Eigenfetttransplantation (=Absaugung, Aufbereitung und Injektion von Fettgewebe im Rahmen mehrfacher Operationen) ist sicher eine medizinische Herausforderung und stellt eher die Ausnahme dar. Hier ist die mikrovaskuläre Eigengewebstransplantation überlegen. Aber zur weiteren Formverbesserung der rekonstruierten weiblichen Brust nach Brustkrebsoperation stellt die Eigenfetttransplantation eine wertvolle, zusätzliche Behandlungsmethode dar.
Kürzlich haben US-amerikanische Kollegen hierzu eine Studie in der Ausgabe November 2012 der Zeitschrift Plastic Recontructive Surgery publiziert:
Diese zeigt, dass nach Eigenfetttransplantation zur Verbesserung der Brustform (hier nach Brustrekonstruktion mit Prothesen) keine medizinischen Nachteile (häufigere Tumorrezidiven, Verkürzung der Überlebensraten) zu befürchten sind.
 
 
erstellt: 02-11-2012 14:23
Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf