Gibt es eine maximale Größe bei Brustimplantaten?

Wie groß sollten Brustimplantate höchstens sein?

Wärmebild nach Brustvergrößerung

Wie groß sollten die Brustimplantate im Rahmen einer Brustaugmentation gewählt werden? Das ist eine der wichtigsten Fragen vor jeder Brustvergrößerungsoperation. Manche Patientinnen bringen Fotos oder Zeitungsausschnitte mit, andere geben gewünschte BH-Cupgrößen an. Diese Vorgaben sind jedoch recht unzuverlässig. Die zweidimensionale Darstellung auf Fotos berücksichtigt häufig nicht die Dimensionen des Brustkorbes, bzw. Größe oder Statur der Patientin. Manchmal sind die Bilder auch im Liegen oder z. B. mit angehobenen Armen aufgenommen und geben die eigentliche Brustgröße nur sehr unzureichend wieder. Was die BH-Cupgröße betrifft, so ist diese auch von der Unterbrustweite abhängig und deshalb nur eingeschränkt aussagekräftig.

Ich persönlich bitte meine Patienten immer einen BH ohne Schalen oder Einlagen zum Beratungsgespräch mitzubringen. In diesen können dann Testimplantate verschiedener Größe eingelegt werden. Die Patientin bekommt damit einen guten Eindruck über die zukünftige Brustgröße und kann dann individuell selbst entscheiden, welche Implantatgröße ihr zusagt.

Wie groß bzw. wie schwer können oder sollten nun Implantate maximal sein? Die Hersteller bieten ja Implantatgrößen von unter 100 ml bis über 600 ml an. Sicher werden solche schweren Implantate oftmals zur Brustwiederherstellung nach Entfernung der gesamten Brust nach Brustkrebs verwendet. Aber natürlich können diese auch zur Brustvergrößerung aus ästhetischen Gründen Verwendung finden. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass große, schwere Implantate verschiedene Nachteile mit sich bringen: Das Gewicht der Implantate kann z. B. zu einer Senkung der Brust im Laufe der Zeit führen. Durch große, schwere, hängende Brüste können Probleme im Schulterbereich (durch BH) bzw. der Statik der Wirbelsäule mit Haltungsproblemen entstehen.

In einer Studie haben nun kürzlich italienische Kollegen untersucht, wie sich unterschiedlich schwere Implantate auf die Körperhaltung und Statik auswirken können.

Als Schlussfolgerung ihrer Untersuchungen stellten sie fest: "Heavy breast implants proved to induce reversible alterations in the spinal curves, and 400 g is the cutoff for functional physiologic compensation in the short term. Such a weight might be considered the safety limit for the use of breast implants for cosmetic purposes. Further experimental studies are warranted to investigate the effects of the mammary prosthesis load on spine curves in the long term, in a larger sample size, and with the use of a wider breast implant size span."

D. h. die Autoren schließen aus ihren Untersuchungen, dass Brustimplantatgrößen über 400 ml zu gesundheitsschädigenden Haltungsveränderungen der Wirbelsäule führen können.

Anbei der Link zu dieser Studie:

 
erstellt: 31-07-2015 11:16
geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf