In Memoriam Prof. Dr. Dieter Buck-Gramcko

In Memoriam Prof. Dr. Dieter Buck-Gramcko

Prof. P. Graf und Prof. D. Buck-Gramcko, 1985
Am 3.Oktober 2012 verstarb Prof. Dr. med. Dieter Buck-Gramcko im Alter von 84 Jahren.
Dieter Buck-Gramcko war einer der Pioniere der Handchirurgie im deutschsprachigen Raum.
Der gebürtige Hamburger leitete lange Jahre die Abteilung für Handchirurgie am Berufsgenossenschaftlichen Unfallkrankenhaus Bergedorf in Hamburg. Er entwickelte bahnbrechende Operationsverfahren in der Handchirurgie (z. B. Pollizisation) baute in den siebziger Jahren eines der ersten Replantationszentren Deutschlands auf, war lange Jahre hauptverantwortlicher Herausgeber der Zeitschrift Handchirurgie-Mikrochirurgie-Plastische Chirurgie (HAMIPLA) und kann ohne Zweifel als einer der "Gründerväter" der Handchirurgie in Deutschland betrachtet werden.
Ich konnte Dieter Buck-Gramcko im Jahr 1985 als junger Arzt für einen Monat an seiner Klinik in Hamburg besuchen (siehe Foto) und lernte ihn dabei erstmalig bei seiner Arbeit kennen. Seine hanseatische Mentalität und seine an Akribie grenzende Präzision bei der Arbeit waren für mich als "Süddeutschen" damals zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Andererseits hatte ich damals von Anfang an einen Stein bei ihm im Brett, da ich diesen Aufenthalt selbst aus eigenem Interesse arrangierte und aus eigener Tasche finanzierte.
(Ich kann mich zum Beispiel noch sehr lebhaft an Manuskripte erinnern die man bei ihm als Herausgeber der handchirurgischen Fachzeitschrift "HAMIPLA" einreichen musste. Man erhielt diese regelmäßig mit Rotstift auf Punkt und Komma korrigiert und mit Anmerkungen wie bei einem Schulaufsatz zurück. Der einzige Unterschied zu einem benoteten Schulaufsatz lag darin, dass oben rechts keine Note stand. Dafür aber wurden im beiliegenden Schreiben präzise und unmissverständlich die vor einer Publikation erforderlichen Verbesserungen aufgeführt.)
Sehr bald lernte ich aber seine Fachkenntnis, seine Erfahrung und später auch seine Herzlichkeit zu schätzen.
In meiner Funktion als wissenschaftlicher Beirat der Zeitschrift "HAMIPLA" stand ich später lange Zeit mit ihm in regem Kontakt und konnte erahnen welchen Arbeits- und Zeitaufwand er damals für die Weiterentwicklung der Handchirurgie in Deutschland aufbrachte. Auch nachdem er sich aus seiner klinischen Tätigkeit zurückgezogen hatte verfolgte er unser "handchirurgisches Treiben" genau und wusste stets über alles und Jeden Bescheid.
Ich habe viel von ihm gelernt und werde seiner Persönlichkeit in Ehren gedenken.
 
 
 
erstellt: 08-05-2013 16:55
Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf