Schnellender Finger

Patienteninformation, Schnellender Finger, Tendovaginitis stenosans

Darstellung der Beugesehnenscheide DIII mit den Ringbändern
Schematische Darstellung der Ringbänder

Ursachen des Schnellenden Fingers

Sitz der Veränderung liegt typischerweise auf Höhe des beugeseitigen Grundgelenkes, obwohl der Patient häufig das Hindernis für die Fingerstreckung auf Höhe des Mittelgelenkes lokalisiert.
Ursache ist meist eine Einengung der Sehnenscheide in dieser Region, hervorgerufen durch das Ringband (A1) welche zu lokalen Entzündungsreaktionen führt (Tendovaginitis stenosans).
Die ersten Symptome sind meist Schmerzen in Ruhe und bei Bewegung des betroffenen Fingers. Über dem Grundgelenk ist meist ein schmerzhaftes, verdicktes Knötchen tastbar (=Auftreibung der Sehne neben der Engstelle).
Tritt dieses Knötchen beim Fingerbeugen unter die Engstelle (Ringband) hindurch, so kann es zu einem Hängenbleiben des Fingers in Beugestellung kommen. Beim Versuch der aktiven Streckung unter Schmerzen wird der Finger dann mit einem Schnellen zurück in die Streckung gebracht.
Während beim Kind nur die operative Therapie Erfolgsaussichten hat, ist beim Erwachsenen zu Beginn der Erkrankung eine konservative Behandlung (Schonung, abschwellende Medikamente und Salben) möglich.
Ggf. kann eine lokale Injektion mit Cortison versucht werden. Diese Maßnahme ist allerdings nicht risikolos. Fettgewebsschwund, Nervenschäden oder eine Sehnenruptur sind nach Cortisoninjektionen beschrieben.

Schnellender Finger, Schema der OP
Schematische Darstellung des OP-Situs

Operative Therapie des Schnellenden Fingers

Die Therapie bei länger bestehendem oder fortgeschrittenem schnellenden Finger ist die Spaltung der Engstelle im Bereich der Sehnenscheide (A1-Ringband). Der Eingriff wird meist in örtlicher Betäubung ausgeführt. Er erfordert eine 1-2 cm lange Inzision über dem Grundgelenk und dauert ca. 10-15 Minuten. Nach der Operation wird ein elastischer Verband angelegt. Nach ca. 10-14 Tagen können die Fäden wieder entfernt werden. Meist sind die Finger dann bereits wieder frei beweglich, selten sind krankengymnastische Bewegungsübungen erforderlich.
 
Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf