Facelift

Patienteninformation, Facelift, Lifting

Im Rahmen der natürlichen Hautalterung entwickeln sich im Gesicht und am Hals mehr oder weniger ausgeprägte Falten, die Hautelastizität geht verloren und die Muskulatur des Unterhautgewebes erschlafft. Mit einer Gesichts- oder Halsstraffungsoperation (Facelift) können diese Veränderungen zum Teil rückgängig gemacht werden. Dies führt zu einem jugendlicheren und frischeren Aussehen. Heute steht eine große Zahl verschiedener Behandlungsmöglichkeiten von Falten im Gesichtsbereich zur Verfügung. Zweifellos ist die Facelift-Operation eine der effektivsten. Allerdings sollte stets erst im Rahmen einer persönlichen Beratung das individuelle Behandlungskonzept festgelegt werden.
Schematische Darstellung der Schnittführung beim Facelifting, mit freundlicher Genehmigung der DGPRÄC, alle Rechte bei der DGPRÄC
Facelift - Zugrichtung der Hautstraffung (© DGPRÄC)

Was passiert bei einem Facelift?

Facelift - Schnittführung

Die Facelift-Operation setzt sich zusammen aus einer Reihe von Operationsschritten.
Ausgehend von kleinen Schnitten außerhalb des Gesichtsbereichs (Haaransatz, vor und hinter dem Ohr, Kinn) werden durch Straffung der Haut Falten geglättet. Dabei ist insbesondere darauf zu achten, dass die natürliche Mimik mit durchaus kleinen Fältchen erhalten bleibt. Zu einem Facelift gehört aber auch, Fettgewebe, das sich durch den lockeren Hautmantel nach unten verschoben hat, wieder richtig zu positionieren, bzw. kleinere Fettpolster zu entfernen. Zusätzlich kann eine Lidplastik das Facelift ergänzen. Welche Operationsschritte zur Ausführung kommen, hängt von den Wünschen und individuellen Gegebenheiten der Patienten ab. In einem ausführlichen Operationsvorbereitungsgespräch werden Sie dies mit dem Plastischen Chirurgen besprechen und festlegen.

Wie bereite ich mich auf ein Facelift vor?

Als Raucher sollten Sie mindestens 4 Wochen vor Ihrem Operationstermin das Rauchen einstellen, um das Risiko von Wundheilungsstörungen so gering wie möglich zu halten. Für die Dauer von 14 Tagen vor dem Facelift sollten Sie auf Schmerzmittel wie z. B. Aspirin verzichten, da diese die Blutgerinnung verzögern. Auch Alkohol und Schlafmittel sollten in dieser Zeit gemieden werden. Eine Rasur der Haare ist nicht erforderlich.

Anästhesie und Klinikaufenthalt beim Facelift

Die Gesichtsstraffung wird in der Regel stationär durchgeführt. Gelegentlich erfolgt eine örtliche Betäubung mit Dämmerschlaf. Selbstverständlich ist aber auch eine Vollnarkose möglich. Je nach Eingriff ist mit einem Klinikaufenthalt von ein bis drei Tagen zu rechnen.

Wie verläuft die das Facelifting?

Nach der örtlichen Betäubung und Vermessung der Schnittführung werden vom Chirurgen die vorher mit Ihnen besprochenen Schnitte gesetzt. In diesen Arealen wird dann die Haut abgelöst, damit Bindegewebe, Muskulatur und Fettgewebe korrigiert und an der richtigen Stelle neu platziert werden können. Nach dem Einlegen von Drainagen zur Absaugung von Blut und Wundsekret, werden die Wundränder mit intrakutanen Nähten verschlossen.

Schema: Facelifting, mit freundlicher Genehmigung der DGPRÄC, alle Rechte bei der DGPRÄC
Facelifting - Schnittführung bzw. Drainage (© DGPRÄC)

Was passiert nach der Facelift Operation?

Nach jedem chirurgischen Eingriff treten Schwellungen und Blutergüsse auf. Bei einem Facelift finden sich diese insbesondere im lockeren Gewebe der Augenlider. Nach 2 bis 3 Tagen ist der Höhepunkt erreicht und nimmt dann langsam wieder von selbst ab. Eine sanfte Kühlung mit weichen Kühlelementen verschafft dabei Linderung. Leichtes Taubheits- bzw. Spannungsgefühl ist völlig normal und sollte sich nach Entfernung der Fäden wieder normalisieren.

Welche Komplikationen können nach Facelifting auftreten?

 Die Gesichtsstraffung ist eine Operation bei der, wie bei jeder anderen Operation auch, Komplikationen auftreten können. Deshalb ist eine sorgfältige Aufklärung und Information über alle möglichen Risiken erforderlich.
Nach der Operation können Blutergüsse entstehen, die meistens über die Drainagen abfließen, schlimmstenfalls müssen sie auf operativem Wege entfernt werden. Ferner können nach allen Operationen Wundheilungsstörungen oder Wundinfektionen auftreten. Starker Nikotingenuss hat häufiger Durchblutungsstörungen zur Folge, dadurch kann es zu Wundheilungsstörungen und auffälligen Narben kommen. Diese müssten dann unter Umständen nachbehandelt werden.
Dauerhafte Schädigungen von Gesichtsnerven sind seltene Komplikation. Gelegentlich ist aber die Sensibilität der Haut vor dem Ohr oder am Ohrläppchen nach der Operation für eine gewisse Zeit herabgesetzt. Eine Schwächung der Gesichtsmuskulatur (z. B. Einschränkung der Stirn- oder Lidbeweglichkeit) nach Faceliftoperation tritt statistisch in 0,9 - 1% der Fälle auf. In den meisten dieser Fälle bessert sich diese Schwächung innerhalb weniger Wochen.

Nachbehandlung nach Facelift

Welche Nachbehandlung ist erforderlich?
Die Drainagen werden bereits nach einem Tag entfernt. Die Hautfäden in der Regel nach etwa 10 Tagen. Regelmäßige Kontrollen erfolgen ambulant. Zur Nachbehandlung können nach dem Fädenentfernen die Narben mit speziellen Salben gepflegt werden.

Was ist nach einem Facelift zu beachten?

Nach der Gesichtsstraffung begünstigt eine ruhige und entspannte Lebensführung den Heilungsprozess. Nach 1 - 2 Wochen kann das normale Alltagsleben wieder aufgenommen werden. Die Gesichtsreinigung kann mit klarem Wasser und sauberen Tüchern erfolgen. Kosmetika dürfen erst nach 2 Wochen wieder verwendet werden, um mögliche Überreaktionen der Haut zu vermeiden.Insbesondere in den ersten zwei Wochen nach dem Facelift sollten Sie jegliche Sonnenbestrahlung des Gesichtes vermeiden. Darüber hinaus ist auch für die nächsten 4 Wochen von intensiven Sonnenbädern abzuraten.

Um Wundheilungsstörungen zu vermeiden, sollten Sie auf Nikotingenuss und blutverdünnende Schmerzmittel, wie z. B. Aspirin für etwa 1-2 Wochen verzichten. Sportliche Aktivitäten können gewöhnlich nach 3-4 Wochen wieder aufgenommen werden.

Eine ferner häufig gestellte Frage der Patienten ist: "Wie lange hält der Effekt der Faceliftoperation an?" Dazu nachfolgend eine interessante Studie hier.

Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf