Oberschenkelstraffung

Patienteninformationen Oberschenkelstraffung

Anlagebedingt aber auch zum Beispiel nach größerem Gewichtsverlust kann es zu einer ausgeprägten Erschlaffung der Haut an der Oberschenkelinnenseite kommen. Lockere Haut an der Innenseite der Beine kann dabei nicht nur ästhetisch störend sein, sondern auch etwa durch vermehrtes Aneinanderreiben zu medizinisch relevanten Problemen führen. Scheuern der Haut kann dabei zum Wundwerden und bei Vermehrtem Schwitzen im Sommer zu Hautentzündungen führen. Zur Behandlung dieser Probleme steht die Straffung der Oberschenkelhaut an der Innenseite zur Verfügung.

Indikationsstellung und Vorbereitung zur Oberschenkelstraffung

Wichtig zunächst ist: Wie bei allen Eingriffen in der Schönheitschirurgie sollte auch diese Operation nicht zum Zweck der Gewichtsreduktion ausgeführt werden (siehe hierzu auch unter Komplikationen). Grundsätzlich kann gleichzeitig mit der Straffung der Oberschenkel auch eine Reduktion von Fettgewebe z. B. durch Fettabsaugung in diesem Bereich erfolgen. Aber bei derartigen Simultanoperationen zeigen die statistischen Zahlen deutlich höhere Komplikationsraten. Deshalb eignet sich, wie bereits erwähnt, diese Methode bevorzugt zur Straffung lockerer Haut bei mehr oder minder normalem Beinumfang. Bei gleichzeitig bestehenden Fettpolstern am Bein erscheint manchmal ein zweizeitiges Vorgehen (zwei Operationen: 1. Fettabsaugung, 2. Straffung) vorteilhafter, in jedem Fall mit geringeren Risiken verbunden. Das zu erreichende Ergebnis der Operation kann, am besten in liegender Position bei angewinkeltem Bein, durch Hochziehen der lockeren Haut an der Oberschenkelinnenseite in die Leiste bzw. in den "Schritt" simuliert werden. Alternativ durch vertikales Zusammenkneifen überschüssiger Haut an der Innenseite des Oberschenkels zwischen Leiste und Knie. Durch eine Oberschenkelstraffung kann maximal ein Ergebnis ähnlich dieser Simulation erzielt werden. Sollte ein derartiges Ergebnis gewünscht werden, so kommt die Oberschenkelstraffung grundsätzlich in Frage. Welche Voraussetzungen und Vorbereitungen sind empfehlenswert? Zunächst muss der/die Patient/Patientin gesund und für eine derartige Operation von 1,5-2 Stunden Dauer in Narkose, geeignet sein. Gerade Patienten nach größerem Gewichtsverlust, sollten ein "Endgewicht" erreicht und die Diät abgeschlossen haben. Die vorbereitenden Untersuchungen (Blutuntersuchungen, EKG, etc.) müssen vom Hausarzt veranlasst werden. Es muss selbstverständlich Operationsfähigkeit für diesen ästhetischen Eingriff bestehen. Die Regelblutung stellt grundsätzlich kein Hindernis für die Oberschenkelstraffung dar. Tamponwechsel können aber im frisch operierten Zustand etwas schwieriger sein. Natürlich sind wie bei allen Schönheitsoperationen organisatorischen Aspekte (Absprache mit Arbeitgeber wegen Urlaub, Versorgung zu Hause in der Zeit nach der OP, etc.) zu berücksichtigen. Vor der OP müssen Stützstrümpfe bzw. eine Stützstrumpfhose besorgt werden. Evtl. kann vor der Operation ein mildes Abführmittel genommen werden. Am Morgen kurz vor der OP nochmals duschen.

Grundsätzlich stehen je nach Ausprägung der Hauterschlaffung am Oberschenkel zwei Varianten der Oberschenkelstraffung zur Verfügung:

Operation

Horizontale Oberschenkelstraffung, mit freundlicher Genehmigung der DGPRÄC, alle Rechte bei der DGPRÄC
Abb. 1. Horizontale Oberschenkelstraffung - Schnittführungen (© DGPRÄC)

1. Horizontale Oberschenkelstraffung

Hierbei wird eine Hautspindel der schlaffen Oberschenkelhaut entnommen, welche von der Leiste bis in die quere Gesäßfalte quer bzw. horizontal verläuft. Damit kann die Haut nach oben in die Leiste bzw. in den Schritt angehoben und gestrafft werden. Siehe Abbildung 1. Im optimalen Fall resultiert hier eine sehr gut in den Faltenbereichen versteckte Narbe. Allerdings kann diese durch Zug der Oberschenkelhaut bzw. durch die Schwerkraft postoperativ auch etwas nach unten wandern.

2. Vertikale Oberschenkelstraffung

Oberschenkelstraffung, mit freundlicher Genehmigung der DGPRÄC, alle Rechte bei der DGPRÄC
Abb. 2. Oberschenkelstraffung - Schnittführung (© DGPRÄC)

Hierbei wird entweder zusätzlich zu einer horizontalen Straffung (siehe oben) ein vertikaler Hautkeil innen am Oberschenkel entnommen. Je nach individuellen Erfordernissen ist auch eine alleinige vertikale Straffung möglich. Dabei wird dann eine vertikale Hautspindel zwischen Leiste und Knie an der Oberschenkelinnenseite entfernt. Siehe Abbildung 2.

Nachbehandlung

Nach der Operation ist ein vermehrtes Spannungsgefühl im Bereich der gestrafften Haut an der Oberschenkelinnenseite normal. Diese läßt nach wenigen Tagen nach. Schmerzen in den ersten Tagen nach der Oberschenkelstraffung sind normalerweise nicht sehr stark und können mit den üblichen Schmerzmitteln in der Regel sehr gut behandelt werden. Falls insbesondere kurz nach der Operation der Verband verunreinigt wird (Urin, Stuhlgang), so sollte er sobald wie möglich gewechselt werden. Ein Antibiotikum wird zur Vorbeugung einer Wundinfektion während bzw. manchmal kurz nach der OP verabreicht. Der Arzt wird individuell entscheiden ob kurzzeitig ein Blasenkatheter notwendig ist. Meist kann/sollte meines Erachtens darauf verzichtet werden. Sobald die Wunden geschlossen sind, meist nach einigen Tagen kann wieder geduscht werden. Allerdings muss der/die Patient/Patientin dann selbständig einen Verbandswechsel durchführen können. Mit einer ca. 14-tägigen Erholungszeit nach der OP bis zum Fadenzug, muss gerechnet werden.

Komplikationen

Aufgrund der unmittelbaren Nähe der Wunden zur Anogenitalregion sind Wundheilungsstörungen (Wunddehiszenz), Infektionen, Lymphansammlungen in der Wunde (Serome) oder Lymphfisteln nicht selten! Eine kürzlich erschienene Studie zu Ergebnissen und Komplikationen nach Operschenkelstraffungen weist darauf nochmals hin. Hierüber muss der/die Patient/Patientin informiert sein. Dies sind häufig zwar kleinere Komplikationen, erfordern gelegentlich aber auch einen weiteren operativen Eingriff, bzw. verlängern den Behandlungsverlauf.
 
Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf