Lipom

Patienteninformation, Lipom

Lipome sind häufig auftretende, gutartige Fettgeschwulste, die meist im Fettgewebe unter der Haut gelegen sind. Sie wachsen langsam, manchmal über Jahre hinweg und sind oft gut abgekapselt.
Da Lipome häufig subkutan gelegen sind, lassen sie sich meist gut tasten oder sind kosmetisch störend. Schmerzen bzw. Beschwerden treten bei subkutanen Lipomen selten auf. In der Regel läßt sich die über einem Lipom liegende Haut gegenüber der Fettgeschwulst verschieben. Dieses Kriterium unterscheidet Lipome von anderen häufig auftretenden Hautknoten wie z. B. Atheromen (Talgzysten). Die Diagnose eines Lipomes läßt sich meist durch klinische Beurteilung (Wachstumsgeschwindigkeit, Lokalisation, etc.) stellen. Weiterführende, diagnostische Maßnahmen (Sonografie, MRT, etc.) sind in der Regel nicht erforderlich.
In seltenen Fällen können bösartige Fettgewebsgeschwulste ähnliche Symptome aufweisen. Hinweise auf eine Malignität geben z.B. die Größe des Tumores oder die Wachstumsgeschwindigkeit.
In allen Zweifelsfällen ist eine histologische Untersuchung des Knotens durch den Pathologen erforderlich.

Therapie:

Die Behandlung eines Lipomes erfolgt in der Regel im Sinne einer operativen Entfernung der Fettgeschwulst.
Nicht jedes Lipom muss allerdings operiert werden. In vielen Fällen wird der Entschluss zur Entfernung aufgrund kosmetischer Überlegungen erfolgen. Hierbei muss allerdings dann auch die postoperative Hautnarbe nach Operation mittels Schnitt berücksichtigt werden.

Fettweg-Spritze

Die Entfernung eines Lipomes mit der sogenannten "Fettweg-Spritze" hat sich in meinen Händen nicht bewährt. Durch Injektion des für diese Behandlung offiziell nicht zugelassenen Medikamentes in das Lipom, wird zwar zumindest ein Teil der Fettgeschwulst aufgelöst, regelmäßig bleibt aber ein beträchtlicher Teil des Lipomes zurück, welcher sich narbig umwandelt und dann als harter, evtl. schmerzhafter Knoten imponieren kann.

Schnitt

Mit Schnitt entferntes Lipom
Traditionell werden Fettgeschwulste über einen Hautschnitt entfernt (Exstirpation). Dazu wird nach Setzen einer örtlichen Betäubung eine Hautinzision angelegt, welche etwa dem Durchmesser des Lipomes entspricht. Je nach Struktur des Lipomes kann dieses dann entweder komplett inklusive der Kapsel oder in Teilen entfernt werden.
 
  • Vorteile der Schitt-OP: Komplette Entfernung, geringere Rezidivrate
  • Nachteil der Schnitt-OP: Naht erforderlich, Narbenbildung im Bereich der Haut

Fettabsaugung

Abgesaugtes Lipom
Als alternative Behandlungsmöglichkeit steht für gutartige Lipome die Absaugung zur Verfügung. Dabei wird ebenfalls in Lokalanästhesie über einen kleinen Stich neben der Fettgeschwulst eine Metallkanüle durch die Haut in das Lipom eingeführt. Anschließend wird Fettgewebe mit Vacuum aus dem Lipom abgesaugt. Bei dieser Fettabsaugung/Liposuction wird die Bindegewebskapsel des Lipomes nicht entfernt. Ferner bleiben häufig kleinere Lipom/Fett-Reste zurück und können zu einem Rezidiv führen.
Die Absaugungsmethode eignet sich in idealer Weise für diejenigen Patienten die immer wieder an verschiedensten Körperstellen zahlreiche Lipome entwickeln. Die traditionelle Methode mit einem Hautschnitt führt gerade bei dieser Patientengruppe dazu, dass die Haut nach schließlich zahllosen Operationen mit Narben übersät ist. Dieser entstellende Effekt kann mit Absaugung sehr schön vermieden werden.
Andererseits eignet sich die Absaug-Methode nicht bei Malignitätsverdacht bzw. wenn eine aussagekräftige Histologie gewonnen werden muss.
  • Vorteile der Fettabsaugungs-OP: Keine sichtbare Narbenbildung im Bereich der Haut, keine Entfernung der Fäden erforderlich, schnellere Rekonvaleszenz
  • Nachteile der Absaugungs-OP: Höhere Rezidivrate, eine ordentliche feingewebliche Untersuchung (keine "en- bloc-Resektion") des abgesaugten Fettgewebes ist nicht möglich.

Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf