Operationsdauer und Komplikationsraten

Operationsdauer und Komplikationsraten bei kosmetischen Operationen

Titelseite Aesthetic Surgery Journal

Nicht selten kommen Patienten zu mir, welche gleichzeitig mehrere kosmetische Operationen machen lassen möchten. Etwa Bruststraffung und Bauchstraffung oder Brustverkleinerung und eine simultane Fettabsaugung, etc. Gelegentlich empfehle manchen dieser Patienten diese Maßnahmen in zwei Operationsschritten machen zu lassen. Warum? In der Chirurgie ist seit langer Zeit allgemein bekannt, dass langdauernde Operationen häufiger Komplikationen in der Folge haben, als Kürzere. Natürlich ist es so, dass es verschiedenste Gründe für eine lange OP-Dauer gibt. Zum Beispiel weil Komplikationen während der Operation auftraten. Diese während der eigentlichen Operation auftretenden Komplikationen führen, statistisch betrachtet, ebenfalls zu häufigeren Problemen in der nachfolgenden Zeit. Es ist also wichtig diese begleitenden bzw. sich überlagernden Faktoren, die zu Komplikationen führen auszuschließen, wenn man den Einfluss ausschließlich der Dauer einer Operation auf die Komplikationsraten untersuchen möchte.

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Aesthetic Surgery Journal wurde in einer Studie isoliert der Einfluss der Dauer einer plastisch-chirurgischen Operation auf die späteren Komplikationsraten untersucht. Man fand unter anderem dass ab einer OP-Dauer von 3 Stunden jede weitere Stunde OP-Dauer mit einem 21%igen Anstieg der Wahrscheinlichkeit einer Komplikation einhergeht. Die Schlussfolgerung dieser Studie war, dass die Dauer einer Operation ein eigenständiges Prognosekriterium hinsichtlich postoperativer Komplikationen ist. Das Risiko steigt nach der dritten Stunde signifikant an. Deshalb sollte unter anderem die Operationsdauer bei der OP-Planung, gerade bei kosmetischen Eingriffen, berücksichtigt werden.

Aesthetic Surgery Journal May 2014 vol. 34 no. 4 614-622
 
erstellt: 05-05-2014 10:45
Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf