Statistische Zahlen kosmetischer Operationen 2011

Statistische Zahlen kosmetischer Operationen 2011

Die American Society of Plastic Plastic Surgeons gibt ja jedes Jahr eine Jahresstatistik heraus, welche und wieviele Operationen ihre Mitglieder durchgeführt haben. Das ist zweifelsohne interessant, weil es Hinweise auf Trends in der kosmetischen Chirurgie gibt, wenngleich die Verhältnisse in den USA natürlich nicht eins zu eins auf Deutschland übertragbar sind.
Ich habe ja hier in meinem Blog schon mehrfach darüber geschrieben:
 
Nun welche Entwicklung sah man in den USA im Jahr 2011?
Schön an der Grafik zu sehen, die minimalinvasiven Maßnahmen (Faltenfiller, Botulinumtoxin) legen seit Jahren stetig zu. Die Kurve knickte nur in wirtschaftlich kritischen Phasen (2001, 2008) etwas ein. Auch im Jahr 2011 wieder ein Zuwachs von fast 6%. Demgegenüber stagniert die Anzahl der durchgeführten kosmetischen Operationen in den USA seit Jahren. Hier sahen wir 2011 nur einen leichten Anstieg um 1,5%. Das bedeutet, die in der Pressemitteilung der ASPS gemachte Stellungnahme: "5 Percent Increase Leads to Second Consecutive Yearly Gain" bezieht sich hauptsächlich auf die minimal-invasiven Maßnahmen (mit geringen Gewinnmargen für die Ärzte aber für großen Margen für die Pharmahersteller).
Auf einen weiteren, interessanten Aspekt darf ich hier hinweisen: Die rekonstruktiven, plastisch-chirurgischen Operationen. Das sind z. B. Tumoroperationen und Rekonstruktionen im Bereich der Haut oder der weiblichen Brust. Aber auch handchirurgische Operationen. Von etwa 2002-2008 nahmen diese Zahlen stetig ab. Seit Beginn der Wirtschaftskrise 2008 steigen diese Zahlen an. Über die Gründe hierfür kann ich nur spekulieren:
Das könnte z. B. an einer intensiveren Betreuung dieser Patienten (z. B. konsequenteres Hautkrebsscreening) liegen. Oder aber auch möglicherweise daran, dass sich die amerikanischen plastischen Chirurgen in wirtschaftlich schlechteren Zeiten mehr um diese Patientengruppe bemühen.
 
Recht eindrucksvoll zeigt die folgende Grafik den Vergleich:
 

Häufigkeit kosmetischer Operationen in den USA 2000-2011 (Quelle: ASPS)

 
Hier sind die Zahlen der jährlich durchgeführten, häufigsten kosmetischen Operationen in den USA mit Botulinumtoxin verglichen.
Gut, man muss die Botulinumtoxinzahlen etwas relativieren. Die ASPS schreibt zu dieser Statistik: "***Botulinum Toxin Type A numbers are of anatomic sites injected". Das heißt, wenn z. B. Botulinumtoxin im Lidbereich und Stirnbereich (jeweils rechts und links) eingespritzt wurde, so zählt das als 4 Eingriffe.
 

Wenn man sich jetzt nur die häufigsten in den USA durchgeführten kosmetischen Operationen etwas genauer ansieht, also die in der obigen Grafik eng zusammengedrängten Kurven mit einem größeren Maßstab untersucht, so erhält man die folgende Grafik:

 

Anzahl der am häufigsten ausgeführten Operationen in den USA (Quelle: ASPS)

 

Mit etwas Phantasie könnte man sagen, dass in den letzten 10 Jahren in den USA die Zahlen für Brustvergrößerungen und Bauchdeckenstraffungen einen ansteigenden Trend aufweisen. Die Zahlen für Nasenkorrekturen, Fettabsaugungen und Lidstraffungen weisen einen mehr oder minder abnehmenden Trend auf.

 

Wer die Zahlen im Detail sehen möchte kann das entweder auf der Seite der ASPS:

oder auch anhand der nachfolgenden Excel-Datei:

 

 

erstellt: 02-04-2012 13:50
Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf