Vorsicht bei Laserbehandlung von Muttermalen

Vorsicht bei Laserbehandlung von Muttermalen

Schema, Exzision eines Hauttumores

Laser in unterschiedlichen Formen sind heute aus der hautärztlichen Praxis nicht mehr weg zu denken. Für zahlreiche Hauterkrankungen und Hautprobleme bieten Sie ein Behandlungsverfahren, welches mit konservativen oder operativen Methoden nicht erreichbar ist. Außerdem, auch das sollte ehrlicherweise nicht verschwiegen werden, ist die Laserbehandlung, die üblicherweise keine Kassenleistung darstellt, heute eine wichtige, zusätzliche Einnahmequelle für viele Hautarztpraxen.

Unter anderem wird Laser auch zur Behandlung bestimmter, pigmentierten Hautläsionen, d. h zur Behandlung von "Muttermalen" verwendet.
Gerade für diese Anwendung müssen allerdings Vor- und Nachteile bzw. Risiken der Laserbehandlung bedacht werden.
Die Vorteile der Laserbehandlung von Muttermalen liegen auf der Hand: Die Beseitigung störender Pigmentflecken ohne Narbe mit einem nichtoperativen Verfahren.
Demgegenüber steht das Risiko einen bösartigen Fleck, also ein sogenanntes Malignes Melanom unvollständig und vor allem ohne feingewebliche Untersuchung mit Laser zu entfernen.
In der Literatur scheinen sich Berichte zu häufen, die das Auftreten von Melanomen bzw. Melanomrezidiven nach Laserbehandlung von Muttermalen beschreiben (1. 2.).
Darüberhinaus weisen Studien darauf hin, dass bei bestimmten Pigmentzellen Laser das Erbgut schädigen und dadurch das Auftreten eines schwarzen Hautkrebs (Melanom) sogar erhöhen könnte (3.).
 
Die Konsequenz daraus muss sein, dass vor einer Laserbehandlung von pigmentierten Läsionen sehr genau untersucht werden muss, ob das Muttermal ein atypisches Aussehen aufweist (unregelmäßige Farbanteile, unregelmäßige Begrenzung, Wachstum, Ulzeration, etc.) oder ob eine mögliche Bösartigkeit des Muttermales vorliegen könnte. Bestehen Zweifel hinsichtlich der Gutartigkeit eines Muttermales ist stets eine feingewebliche Untersuchung vor Durchführung einer Laserbehandlung zu veranlassen um ein Melanom auszuschließen (4.).
In der Praxis dürfte das bedeuten, dass kleine, umschriebene Muttermale mit atypischem Aussehen oder fraglicher Bösartigkeit, besser auf operativem Weg gleich komplett ausgeschnitten werden sollten. Eine Laserbehandlung ist dann nicht mehr erforderlich.
Anders die Situation bei großen, pigmentierten Läsionen etwa im Gesicht. Hier sollte im Zweifelsfall dann stets eine Biopsie vor der Laserbehandlung erfolgen.
 
 
Stankiewicz K, Chuang G, Avram M.
Lasers Surg Med. 2012 Feb;44(2):112-6. doi: 10.1002/lsm.21148. Epub 2012 Jan 3.
 
Acta Derm Venereol 2006; 86: 44–47

Chan HH, Xiang L, Leung JC, Tsang KW, Lai KN.
Lasers Surg Med. 2003;32(2):88-93.
 
Bukvić Mokos Z, Lipozenčić J, Ceović R, Stulhofer Buzina D, Kostović K.
Acta Dermatovenerol Croat. 2010;18(3):185-9.

 

 

erstellt: 07-05-2013 19:35
 
Geschrieben von Prof. Dr. med. Peter Graf